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FAQ

Palliative Care wird bei chronischen Krankheiten angewendet. Das sind alle Krankheiten, die sich langsam entwickeln und lange andauern. Zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, COPD, Parkinson, Brustkrebs, Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Apoplex, Schizophrenie, Demenz, Epilepsie, Gicht, Rheuma, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. All diese Erkrankungen zeichnen sich durch einen langwierigen Verlauf aus, der in der Regel mit Komplikationen verbunden ist und nicht selten mit geringer Lebenserwartung einhergeht. Sie erfordern eine kontinuierliche medizinische Versorgung.

Ja. Der Dachverband palliative ch sorgt in einer Arbeitsgruppe für den steten Ausbau von Qualität und Professionalisierung im Bereich der Palliative Care. Dazu wurden Standards erarbeitet, um das Niveau der Ausbildung zu präzisieren und an internationale Empfehlungen anzupassen. Viele Bildungsangebote im palliativen Bereich haben bereits dieses Anerkennungsverfahren durchlaufen. Sie richten sich nicht nur gezielt an Ärzte, sondern an alle in die Palliative Care eingebundenen Berufsgruppen.

Eine weitere ständige Arbeitsgruppe von palliative ch bemüht sich seit vielen Jahren, die Qualität von spezialisierten Leistungserbringern im Bereich Palliative Care in der Schweiz zu überprüfen und zu verbessern. Zu diesem Zweck wurde am 16. März 2010 der Schweizerische Verein für Qualität in Palliative Care gegründet. Dessen Ziel ist, ein schweizerisches Label für die Anerkennung der Qualität in der Palliative Care zu schaffen und zu verleihen. Dazu wird die Leistungsqualität stationärer und ambulanter/mobiler Einrichtungen und Dienste für Palliative Care durch kompetente Auditorinnen und Auditoren vor Ort überprüft. Die Liste dieser anerkannten Einrichtungen soll periodisch veröffentlicht werden.

Weitere Informationen zu Palliativ Care-Angeboten in Ihrer Nähe finden Sie in der Adressdatenbank auf unserer Website.

Nein. Palliative Care hat das Ziel, die Lebensqualität zu erhalten und zu fördern. Sie kann also schon vor der terminalen Lebensphase angewendet werden. Palliative Care richtet sich an alle Personen, die unter einer fortschreitenden und nicht heilbaren Krankheit leiden, wie etwa Krebs, Amyotrophe Lateralsklerose, Herzinsuffizienz oder terminale Ateminsuffizienz.

In der Medizin gilt es als wesentliche Aufgabe der Ärzte, Krankheiten vorzubeugen oder zu heilen. Doch Palliative Care ist keine medizinische Disziplin, sondern der Überbegriff für alle Bereiche der Versorgung unheilbar Schwerkranker und Sterbender. Die wesentliche Aufgabe ist es, Menschen, deren Krankheiten nicht heilbar sind und unausweichlich zum Tod führen, ein Höchstmass an Lebensqualität bis zuletzt zu ermöglichen.

Ja. Auf Palliativstationen ist das sogar meistens der Fall. Zum Beispiel ist es möglich, bei Schmerzproblemen auf eine Palliativstation zu gehen und, wenn sich die Situation stabilisiert hat, wieder nach Hause zu gehen.

Im Rahmen des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) ist die Palliativ Care nicht speziell geregelt. Die Kostenübernahme erfolgt daher nach den allgemeinen Grundsätzen des KVG. Die Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten für alle Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen.

Am 1. Januar 2011 ist die Neuordnung der Pflegefinanzierung in Kraft getreten. Sie regelt die Aufteilung der Pflegekosten und deren Übernahme durch die Krankenversicherung, die Versicherten und die Kantone. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung leistet fortan einen nach Zeitaufwand abgestuften Beitrag an die Pflegeleistungen, die im Pflegeheim und zu Hause erbracht werden. Informieren Sie sich bei Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt, einem Sozialdienst, einer bestimmte Liga (Krebsliga, Lungenliga, Rheumaliga und andere) oder bei palliative zh+sh über die Versorgungsmöglichkeiten. Bei Fragen der Kostenübernahme kann der Versicherer Auskunft geben.

Ja. Kinder benötigen Palliative Care zwar seltener als Erwachsene, doch sie können es genauso in Anspruch nehmen. Palliative Care ist an keine spezielle Diagnose oder ein gewisses Alter gebunden. Niemand ist vor schwerer Krankheit gefeit.

Es ist ein Akt der Selbstbestimmung, die letzten Tage oder Wochen in vertrauter Umgebung zu verbringen. Der Patient behält seinen Platz in der Familie und ist nicht von geliebten Menschen getrennt. Bei zunehmender Verwirrtheit kann die gewohnte Umgebung stabilisierend wirken. Der Abschied von der vertrauten Umgebung erleichtert das Abschliessen mit seinen persönlichen Dingen und das Akzeptieren des Sterbens. Zudem hat der Sterbende vertraute Bezugspersonen und nicht mit jeder Schicht wechselndes Pflegepersonal wie etwa in einem Spital.

Palliative Care bietet Hilfe für Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Sie kämpft nicht gegen die Krankheit, sondern ermöglicht ein besseres Leben mit der Krankheit. Palliative Care sorgt für die Betreuung von Patienten, die an einer unheilbaren oder lebensbedrohlichen Krankheit leiden sowie für die Betreuung ihrer Angehörigen. Angehörige werden bei Bedarf auch über die Sterbephase hinaus begleitet.

Die Einbeziehung von Angehörigen und nahestehenden Bezugspersonen ist integraler Bestandteil der Palliative Care. Sie sind Partner, die bei der Planung von Behandlung, Pflege und Begleitung unterstützen und helfen.

Manche Spitäler bieten Palliativ-Abteilungen. Zusätzlich gibt es mobile Palliativ-Teams, die Patienten und Angehörige zu Hause begleiten oder in Alters- und Pflegeheimen oder peripheren Spitälern besuchen. Weitere Informationen zu Palliativ Care-Einrichtungen in Ihrer Nähe finden Sie in der Adressdatenbank auf unserer Website.

Zur stetigen Erweiterung und Verbesserung des FAQ's nehmen wir sehr gerne Ihre Kommentare und Vorschläge aus der Praxis entgegen.