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Fünf Fragen an Simone Illi

Fünf Fragen an Simone Illi

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Mit zu den wichtigsten Aspekten für die tägliche Arbeit gehört für Simone Illi ein kompetentes und humorvolles interdisziplinäres Team mit dem ein reflektierter Austausch möglich ist. (Bild: zvg)

Portrait

Steckbrief Simone Illi

Name: Simone Illi

Alter: 43
Beruf: Pflegefachfrau, Stationsleitung

Arbeitsort: Spital Männedorf, Station 4.0 Palliative Care

Ausbildung: Zurzeit an den Weiterbildungen Palliative Care B1 und B2. Grundausbildung Pflegefachfrau DN ll, Höfa 1 Pflege und Management, CAS Changemanagement und Organisationsentwicklung.

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25. September 2020 / Vermischtes
Damit Betroffene (Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen) palliativ betreut und begleitet werden können, braucht es den Einsatz von Fachpersonen und Freiwilligen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Pallnetz.ch interviewt regelmässig Menschen aus der Region, die in Palliative Care tätig sind und stellt allen dieselben fünf Fragen.
1) Wie begleiten Sie Schwerkranke und Sterbende?
Ich möchte bei der Begleitung den Menschen in den Mittelpunkt stellen mit seinen Bedürfnissen, seinem Umfeld, seiner Familie, seiner Weltanschauung, ihn dort abholen wo er gerade ist. Im Alltag möchte ich neben einer kompetenten Symptomlinderung herausfinden, was für den Patienten im Mittelpunkt stehen soll, während seiner verbleibenden Lebenszeit und ihn darin zu unterstützen oder mit ihm nach annehmbaren oder auch mal kreativen Alternativen zu suchen.

2) Was ist Ihr Ziel bei der täglichen Arbeit?
Einerseits will ich die Patienten und ihr jeweiliges Umfeld möglichst umfassend und individuell begleiten und Lebensqualität erhalten. Dafür braucht es ein exzellentes Symptommanagement und Fachwissen, das ich noch erweitern möchte mit Hilfe meiner Teamkolleginnen und den Weiterbildungen, die ich zurzeit bis Ende Jahr besuche.
In der Rolle als Stationsleitung ist mir zusätzlich eine wertschätzende Zusammenarbeit über alle Berufsgruppen und die Fachweiterbildung des Pflegeteams wichtig. Ich möchte Raum schaffen für Austausch und Reflektion von erlebten Situationen im Team, für Fachgespräche oder Supervision.

3) Was braucht es, damit Sie Ihr Ziel erreichen können?
Das wichtigste ist ein kompetentes und humorvolles interdisziplinäres Team mit dem ein reflektierter Austausch möglich ist. Zusätzlich ist auch ein Umfeld, eine Vorgesetzte und ein Spital mit Verständnis für die zusätzlichen Bedürfnisse der Palliative Care Station und ein entsprechendes Personal und Weiterbildungsbudget nötig.

4) Welche Begegnung hat Sie zuletzt persönlich berührt?
Das Gespräch mit einem Sohn über seine verstorbene Mutter beim Abholen von Effekten: Er hat liebevoll geschildert, wie er sich oft in Alltagssituationen an seine Mutter erinnert, sie vermisst und auch immer noch in Gedanken ihre ermutigenden aber auch kritischen Kommentare «hört». Er wünschte sich, dass er diese Kommentare noch einige Zeit weiter hören kann.

5) Wo sehen Sie Handlungsbedarf in der Palliative Care?
Oft besteht die Meinung, Palliative Care betreffe nur die letzten Tage eines schwerkranken Menschen. Wenn das Angebot der Palliative Care für Unterstützung und vorausschauende Planung bekannter wäre, würde es möglicherweise mehr genutzt werden.
In den Grundausbildungen der Pflege und Medizin sollte Palliative Care einen grösseren Stellenwert haben.
palliative zh+sh, Christina Günther