palliative zh+sh

Je früher desto besser

Je früher desto besser

Weitere Infos

Wer an einer schweren, unheilbaren Krankheit leidet, sollte möglichst früh einen Termin bei einem Palliativmediziner vereinbaren. (l-vista/pixelio.de)

Portrait

Weitere Infos zum Thema

Dokumente zum Thema

Video zum Thema

13. Januar 2016 / Wissen
Eine eben veröffentlichte Studie zeigt klar auf: Wenn Patientinnen und Patienten früher Palliative Care erhalten als in den letzten 90 Tagen ihres Lebens, erhöht das nicht nur Lebensqualität und -dauer, sondern spart insgesamt auch Kosten.

Palliativmediziner aus Kalifornien haben kürzlich im Journal of Palliative Medicine eine Studie publiziert, die das Timing von Palliative Care gemessen hat. Das Sample umfasste Patient_innen mit massiven Tumoren, die zwischen Januar 2010 und Mai 2012 gestorben sind und in ihren letzten sechs Lebensmonaten am Helen Diller Family Comprehensive Cancer Center in San Francisco gepflegt worden waren. Es wurden sowohl stationäre Fälle als auch amublant behandelte Patienten untersucht. Von den 297 Verstorbenen hatten 93, also gut 30 Prozent, frühe Palliative Care erhalten. Für die Autorinnen heisst «früh», dass der erste Kontakt mit Palliative Care früher als 90 Tage vor dem Tod zustande kam. «Spät» heisst demzufolge, der erste Kontakt erfolgte frühestens 90 Tage vor dem Tod. Darunter fielen 204 der untersuchten Fälle, oder gut 20 Prozent.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass die «frühen Patienten»:

  • seltener hospitalisiert wurden in ihrem letzten Lebensmonat (33 gegenüber 66 Prozent der «späten Patienten»)
  • weniger auf die Intensivstation mussten (5 gegenüber 20 Prozent)
  • seltener auf die Notfallstation kamen (34 gegenüber 57 Prozent)
  • weniger im Spital starben (15 gegenüber 34 Prozent)
  • seltener in den ersten drei Tagen nach der Spitalentlassung starben (16 gegenüber 39 Prozent)
  • seltener innerhalb der ersten 30 Tage nach Aufnahme ins Spital starben (33 gegenüber 66 Prozent).


Zudem zeigte sich, dass die Gruppe der Patienten, die früh Palliative Care erhielten, signifikant weniger Direktkosten verursachten (32‘095 US-Dollar pro Patient gegenüber 37‘293 Dollar pro Patient).

Eric Widera, Professor für Palliativmedizin in Kalifornien, berichtet in seinem Blog auf geripal.org über die besprochene Studie. Sie zeige, dass man frühe Palliative Care ausserhalb der bestehenden Spitäler anbieten müsse. Er schreibt: «Vom Moment an, als wir vor zehn Jahren eine Palliative-Care-Klinik eröffnet haben, ist die Zeit, die den Patienten durchschnittlich zwischen der ersten Konsultation und Tod geblieben ist, ein einem knappen Monat auf ein halbes Jahr gestiegen.»

palliative zh+sh, sa