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Erstes Kinderhospiz in der Schweiz soll 2015 eröffnet werden

Erstes Kinderhospiz in der Schweiz soll 2015 eröffnet werden

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11. Januar 2013 / Region
2015 soll das erste Kinderhospiz in der Schweiz eröffnet werden. Als Standort ist der Raum Basel angedacht, da eine Zusammenarbeit mit dem ansässigen Kinderspital angestrebt wird. Laut Max Melliger, Stiftung Kinderhospiz, soll es in diesem Hospiz Platz für acht Familien geben. Jedes Kind hätte seinen individuellen Bereich mit den notwendigen Einrichtungen und Gerätschaften für die palliative Pflege. Ausserdem gebe es einen Raum der Stille, einen Raum des Abschieds und einen Ort der Erinnerung.

Mit dieser Einrichtung – für die vorerst aber noch 16 Millionen Franken beschafft werden müssen – soll eine längst fällige Betreuungslücke in der Schweiz geschlossen werden. Ein erster Versuch den Bedürfnissen von 3'700 todkranken Kindern, von denen rund 250 pro Jahr sterben, Rechnung zu tragen. Auch für die Region Luzern und die Ostschweiz ist langfristig die Errichtung von Kinderhospizen geplant.

Jeanette Greiner, die leitende Ärztin des Zentrums für Onkologie und Hämatologie, sowie Leiterin des Palliative Care-Teams des Ostschweizer Kinderspitals in St. Gallen steht der Notwendigkeit dieser Institutionen zwiespältig gegenüber. Greiners Ansicht nach hänge die Betreuung in der Sterbephase nicht von den örtlichen Gegebenheiten ab, sondern vielmehr von den vertrauten Bezugspersonen.

In den vergangenen beiden Jahren starben im Ostschweizer Kinderspital zehn Kinder an den Folgen einer Krebserkrankung. Einige davon wollten auf eigenen Wunsch ihre letzten Stunden im Spital verbringen, andere wiederum zu Hause bei ihrer Familie. Eine fortlaufende Betreuung durch jene Menschen, mit denen im Laufe der Zeit eine enge und vertrauensvolle Beziehung entstanden ist, ist für Greiner dabei das Wichtigste. Seitens des Kinderspitals werde alles geboten, was im finalen Lebensabschnitt von Kind und Angehörigen benötigt wird. Ist es Wunsch des Kindes zu Hause zu sterben, wird es vom spitalinternen Palliative-Team, bestehend aus Ärzten, Pflegepersonal, Psychologen und einer Pfarrerin, und in Zusammenarbeit mit spitalexternen Pflegediensten (Kinderspitex) vor Ort betreut.

Durch das Unterbringen in einem Kinderhospiz würde die Beziehung zu den vertrauten Bezugspersonen unterbrochen werden. Als Lösung zum Thema Kind und Tod schlägt die Ärztin ein optimiertes spitalinternes wie auch spitalexternes Entlastungs- und Betreuungsangebot vor, bei dem alle bereits bestehenden und zukünftigen Institutionen, welche in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in palliativer Situation eingebunden sind, eng zusammenarbeiten.