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Soeben erschienen: Europäischer Atlas der Palliativpflege als Schlüsselinstrument für Politik und Praxis

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EAPC Atlas for Palliative Care in Europe 2013

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06. Juni 2013 / Politik
Ein Forscherteam rund um Professor David Clark von der University of Glasgow und Professor Carlos Centeno von der University of Navarra, Spanien, präsentierte auf dem 13. Weltkongress für Palliativpflege in Prag den »EAPC Atlas for Palliative Care in Europe 2013«, der die palliativmedizinische Versorgung und deren Entwicklung seit 2007 in Europa beschreibt.

Eine Vielzahl an Länderberichten bietet einen Überblick über die Leistungen, Massnahmen und Strategien rund um die End of Life-Versorgung in jenen 53 Ländern, die die europäische Sektion der WHO umfassen. Gezeigt werden die Zusammenhänge zwischen einem hohen Bruttoinlandsprodukt (Gross Domestic Product GDP), der Bevölkerungsentwicklung (Human Development Index HDI) und Indikatoren in Bezug auf die finanziellen Aufwendungen für das Gesundheitswesen.

Der EAPC Atlas enthält auch detaillierte Profile der Palliativpflegedienste in jedem Land. Die Informationen hierzu wurden aus einer 2007 durchgeführten Studie aktualisiert. Es stellte sich heraus, dass manche Länder – einschliesslich United Kingdom (UK), Schweden und Island – in allen Beurteilungskriterien eine gleichbleibend hohe Punktezahl erreichen, die höchste Konzentration an Palliativpflegediensten pro Kopf aber in Irland, Belgien, Luxemburg und Schweden zu finden ist.

Das Forscherteam fand auch heraus, dass obwohl die Standards der End-of-Life-Versorgung im ehemaligen kommunistischen Osten Europas geringer waren, die Palliativpflege in Osteuropa trotz des relativ niedrigen Lebensstandards in diesem Teil des Kontinents – speziell in Moldawien, Rumänien und Polen – einen signifikanten Entwicklungsstand erreicht hat.

Weiter hat eine beachtliche Anzahl von Ländern mittlerweile eine hohe Spezialisierung oder Teilspezialisierung in der Palliativmedizin erreicht, und es gab in einem Grossteil Europas einen signifikanten Anstieg bei der Integration der Palliativpflege in die gesundheitspolitische Gesetzgebung. Auch das Angebot an Palliativpflegediensten für Kinder entwickelt sich im europäischen Teil der WHO kontinuierlich weiter.

Clark sieht in dem Atlas ein Schlüsselinstrument, um die Politik und die Praxis zu motivieren, bei der Entwicklung von neuen Diensten behilflich zu sein: »Da die Bevölkerung in Europa altert, gibt es ein wachsendes Interesse an Palliativpflege und daran, wie Einzelpersonen am Ende des Lebens unterstützt werden.«