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Wegen der Chemotherapie ins Spital

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Krebspatienten sollten die Hospitalisationsraten einer Chemotherapie kennen. Dies würde ihre Lebensqualität verbessern. Und auch die Spitäler würden damit ihren Ruf pflegen und die Ausgaben beschränken. (Bild: fotolia.de)

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30. September 2015 / Wissen
Krebspatienten sollen besser über die Nebenwirkungen von Chemotherapien aufgeklärt werden. Das fordern die Verfasserinnen einer aktuellen Studie. Hospitalisation sei im «echten Leben» eine viel häufigere Folge einer Chemotherapie als in klinischen Studien, haben Forscherinnen des Princess Margaret Centers in Toronto herausgefunden.

Menschen mit Lungenkrebs treten während ihrer Chemotherapie – und als Folge davon – fast acht Mal häufiger in ein Spital ein als Teilnehmende einer klinischen Studie. Diese Zahlen hat die Fachzeitschrift Jama Oncology kürzlich publiziert. 51 Prozent der normalen Patienten wurden während ihrer Behandlung hospitalisiert, hingegen nur 16 Prozent der Studien-Patienten. Untersucht wurden fünf klinische Studien mit knapp 4000 Probandinnen. Verglichen wurden deren Zahl an Spitaleinweisungen mit jener von knapp 8700 Krebspatienten in «real-life-settings» aus fünf anderen Forschungsarbeiten.

Mehr Transparenz gefordert

Der Grund für die Unterschiede liegt einerseits darin, dass die Patientinnen, die an einem Test teilnehmen, enger überwacht und behandelt werden können, noch bevor eine Spitaleinweisung überhaupt nötig wird. Andererseits unterscheiden sich Patienten in hoch selektiven Studien von Patienten in der realen Welt. Letztere befinden sich oft in einem schlechteren Allgemeinzustand. Sie sind im Vergleich zu den Probanden im Schnitt auch älter. Monika Krzyzanowska, Onkologin und eine der Autorinnen der Studie, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, insgesamt hielten nur wenige klinische Studien fest, wie oft Patientinnen während der Teilnahme hospitalisiert werden müssen.

Krzyzanowska und ihre Co-Autoren fordern nun, «dass klinische Studien routinemässig ihre Hospitalisationsraten angeben müssen, damit wir wissen, was wir zu erwarten haben». Die Zahl der Spitaleintritte infolge einer Behandlungskomplikation sei nicht nur für den Patienten sondern auch für das Spital wichtig. In erster Linie leide die Lebensqualität der Kranken. Aber auch der Ruf und die Kosten der Kliniken litten, wenn ihre Patientinnen wiederholt hospitalisiert werden müssten.

Der einfachste Weg sei nun, dass klinische Studien anfangen müssten, Hospitalisationen zu zählen. Mit diesen Daten sei es möglich, das Risiko für Empfänger einer Chemotherapie zu erkennen und sie davor zu bewahren. Zudem glaubt die Ärztin, dass bei vielen Krebspatientinnen die Nebenwirkungen früher behandelt werden könnten, damit sie erst gar nicht ins Spital müssen.
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