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Wie umgehen mit Interessenkonflikten bei Guidelines?

Wie umgehen mit Interessenkonflikten bei Guidelines?

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«Wenn Leitlinien und Choosing-wisely-Listen aufgrund von Interessenkonflikten verzerrte Informationen und Bewertungen enthalten, untergräbt dies den Patientennutzen»: Neue Empfehlungen der SAMW wollen dem vorbeugen. (Bild: Fotolia)

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10. Mai 2017 / Wissen
Die Schweizerische Akademie für Medizinische Wissenschaften SAMW hat neue «Empfehlungen zum Umgang mit Interessenkonflikten bei der Ausarbeitung von Guidelines und Choosing-wisely-Listen» veröffentlicht. Das zuvor erschienene Positionspapier «Nachhaltige Medizin» der SAMW fordert, dass die Auswahl medizinischer Interventionen mit Augenmass zu erfolgen hat: Die Haltung, möglichst alles zu machen und zwar möglichst sofort, soll abgelöst werden von der Haltung,genug zu machen, aber nicht zu viel. Mit neu veröffentlichten Empfehlungen bietet die SAMW Orientierung für solche «wise choices».

Die SAMW geht von drei Bedingungen aus, unter denen «wise choices» überhaupt möglich werden:

1. Unabhängige Guidelines definieren eine «Baseline» für Qualität im weiten Sinn.
2. Der Arzt und der Patient entscheiden gemeinsam im Sinne des «shared decison making».
3. Interessenkonflikte sind konsequent offenzulegen, und der Umgang damit ist zu klären.

Immer mehr Beachtung für Guidelines

«Wenn Leitlinien und Choosing-wisely-Listen aufgrund von Interessenkonflikten verzerrte Informationen und Bewertungen enthalten, untergräbt dies den Patientennutzen», heisst es in den neu veröffentlichten Emfpehlungen. Auch angesichts steigender Gesundheitsausgaben und eines politischen Drucks zur Kostendämpfung dürfe davon ausgegangen werden, dass Guidelines und Choosing-wisely-Listen künftig verstärkte Beachtung zukomme. «Umso wichtiger ist eine Entwicklung transparenter, qualitativ hochstehender Produkte gemäss etablierten internationalen Standards.» Auf diese Weise können die Akzeptanz in der Ärzteschaft und die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit weiter positiv beeinflusst werden.

Die Empfehlungen vermitteln eine Übersicht über die bestehenden Regelungen in der Schweiz und in ausgewählten Ländern. Sie formulieren drei grundlegende Prinzipien (Offenlegung; Vermeiden; Management) und skizzieren sieben «Leitplanken», die beim Umgang mit Interessekonflikten zu beachten sind.

Empfehlungen zum herunterladen oder bestellen

Die Empfehlungen zum Umgang mit Interessenskonflikten bei der Ausarbeitung von Guidelines und Choosing-wisely-Listen wurden von Prof. Nikola Biller-Andorno im Auftrag der Zentralen Ethikkommission (ZEK) erarbeitet. Biller-Andorno wurde dabei unterstützt von Prof. Ina Kopp, Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement, sowie lic. oec. Esther Kraft, Leiterin der Abteilung Daten, Demographie und Qualität (DDQ) der FMH.

Die Empfehlungen können online heruntergeladen oder gedruckt bestellt werden.
SAMW