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Wo Krebspatientinnen und -patienten ihre letzten Lebensmonate verbringen

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22. Januar 2016 / Wissen
Ob Krebspatient_innen im Krankenhaus oder zu Hause sterben, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Dies zeigt eine internationale Studie, die Gesundheitsleistungen am Ende des Lebens in sieben Ländern vergleicht. Sie ist im Fachjournal JAMA erschienen (siehe Link in der Seitenleiste).

In Belgien und Kanada verbringen mehr als die Hälfte der untersuchten Fälle ihren letzten Lebenstag im Krankenhaus. In England, Norwegen und Deutschland sind es gut 38 Prozent.

Bei den untersuchten Ländern weisen die USA mit nur 22 Prozent die tiefste Sterberate in Krankenhäusern auf. Dies wird in der Studie allerdings vor allem auf die im Vergleich deutlich höheren Spitalkosten zurückgeführt. Dies habe in den vergangenen Jahrzehnten zu einem erheblichen Ausbau von Pflegeeinrichtungen und Hospizen geführt – was aber, so die Autor_innen, durchaus den Bedürfnissen der Patient_innen gerecht werde.

Die Ergebnisse decken sich mit denen einer ähnlichen Studie aus 2012. Auch diese kam zum Schluss, dass die Unterschiede vor allem auf die länderspezifische Ausgestaltung der Gesundheits- und Versorgungssysteme zurückzuführen sind. Hospizkultur und Palliativ-Einrichtungen sind immer dort am meisten verbreitet, wo Versicherungen die Spitalkosten am Ende des Lebens nicht mehr in vollem Umfang übernehmen wollen oder können.