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Fünf Fragen an Claudia Dobbert

Fünf Fragen an Claudia  Dobbert

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«Mich berührt jedes einzelne Schicksa»l: Claudia Dobbert arbeitet Universitäts-Kinderspital Zürich. (Bild: zvg)

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Kurz-Info Claudia Dobbert

Claudia Dobbert, dipl. Expertin Intensivpflege Pädiatrie und MAS Palliative Care/Pflegeberatung Pädiatrische Palliative Care arbeitet im Universitäts-Kinderspital Zürich.

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27. Juli 2020 / Vermischtes
Damit Betroffene (Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen) palliativ betreut und begleitet werden können, braucht es den Einsatz von Fachpersonen und Freiwilligen aus unterschiedlichen Bereichen. Pallnetz.ch interviewt regelmässig Menschen aus der Region, die in Palliative Care tätig sind und stellt allen dieselben fünf Fragen. Palliativ-Pflegefachfrau Claudia Dobbert arbeitet am Universitäts-Kinderspital Zürich.
1)Wie begleiten Sie Schwerkranke und Sterbende?
Ich arbeite einerseits auf einer pädiatrisch interdisziplinären Intensivpflegestation und andererseits im Pädiatrischen Palliative Care Team, wo ich täglich mit Schwerkranken, sterbenden Kindern und deren Familie zu tun habe. Die Begleitung gestaltet sich daher sehr spezifisch und bedarf einer sehr grossen Flexibilität.
«Jede Familie ist einzigartig.»

2) Was ist Ihr Ziel bei der täglichen Arbeit?
Die familienzentrierte Pflege ist unabdingbar und benötigt eine individuelle Begleitung, denn jede Familie ist einzigartig. Einzigartig in ihrem System, ihrer Kultur und Spiritualität. Ich möchte jede Familie individuell und ressourcenorientiert begleiten, egal wie gross die Herausforderung ist.

3) Was braucht es, damit Sie Ihr Ziel erreichen können?
Genügend Zeit! In der heutigen ist vor allem im Bereich Palliative Care nicht alles wirtschaftlich. Als Beispiel dafür wäre, dass mit dem Zeitpunkt des Todes, jegliche Kosten nicht mehr verrechnet werden können. Im Bereich der Pädiatrie betreuen und begleiten wir die Familien fast immer über diese Zeit hinaus und unterstützen die Familie bei Hand- und Fussabdrücken, letzten Fotos, das Kind nochmals sehen oder in den Arm nehmen und vielem mehr.
«Palliative Care wie auch Pädiatrische Palliative Care stecken noch in den Anfangszeiten.»

4) Welche Begegnung, welches Ereignis hat Sie zuletzt persönlich berührt?
Mich berührt jedes einzelne Schicksal, und ich hoffe wir können die Familien so optimal wie möglich unterstützen. Vor allem wenn ein Kind plötzlich verstirbt, zeigt sich die Herausforderung und Betroffenheit in jedem einzelnen Schicksal.

5) Wo sehen Sie Handlungsbedarf in der Palliative Care?
Palliative Care wie auch Pädiatrische Palliative Care stecken noch in den Anfangszeiten, und es bedarf vieler Ressourcen jeder einzelnen Person. Es wäre schön wenn jegliche Sachen im Bereich Palliative Care verrechnet werden könnten, das würde vieles einfacher machen.
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