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Fünf Fragen an Stefan Wicki

Fünf Fragen an Stefan Wicki

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Aktiv zuhören und die Patientinnen und Patienten ausreden lassen, ist Stefan Wicki bei der täglichen Arbeit wichtig.

Portrait

Steckbrief Stefan Wicki

Name: Stefan Wicki
Alter: 27
Beruf/Funktion: Doktorand
Arbeitsort (Institution): Kompetenzzentrum Palliative Care USZ

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01. März 2021 / Vermischtes
Damit Betroffene (Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen) palliativ betreut und begleitet werden können, braucht es den Einsatz von Fachpersonen und Freiwilligen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Pallnetz.ch interviewt regelmässig Menschen aus der Region, die in Palliative Care tätig sind und stellt allen dieselben fünf Fragen. Dieses Mal an Doktorand Stefan Wicki.
1) Weshalb arbeiten Sie in der Palliative Care?
Ich habe mich für einen Gesundheitsberuf entschieden, weil ich primär Menschen helfen will. Die Palliative Care und der Umgang mit dem Tod haben in unserem Medizinstudium einen relativ kleinen Stellenwert eingenommen. Da ich aber beide sehr wichtige und interessante Themen finde, habe ich mich dazu entschlossen, meine Doktorarbeit auf diesem Gebiet zu schreiben.

2) Was ist Ihnen bei der täglichen Arbeit am Wichtigsten?
Mir ist es wichtig, dass ich mir genügend Zeit für die Anliegen und Sorgen der Patient*innen nehmen kann, weil ich glaube, dadurch ihre Behandlung verbessern zu können. Ein motiviertes Team ist für eine gute ärztliche Tätigkeit essenziell.
«Die Palliativmedizin muss mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden.»

3) Was tun Sie konkret, um dies zu erreichen?
Ich nehme mir vor, bei Gesprächen mit Patient*innen aktiv zuzuhören und sie ausreden zu lassen. Patient*innen sollten sich von ihren Betreuerinnen und Betreuern ernst genommen fühlen. Nur so kann eine angenehme Arzt-Patienten-Beziehung entstehen, die auf Vertrauen basiert.

4) Welche Geschichte ist Ihnen in besonderer Erinnerung?
Eines Morgens habe ich aus Versehen anstatt meines Arztkittels einen mit Kunstblut verschmierten Kittel, den ich für eine Halloweenparty gebraucht hatte, ins Spital mitgenommen. Ich bemerkte dies erst, als mich mein Doktorvater verdutzt fragte, was das für Flecken auf meinem Kittel seien.

5) Was muss sich in unserer Branche ändern?
Die Palliativmedizin muss mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Allgemein wird das Thema Tod in der Gesellschaft zu sehr tabuisiert.
palliative zh+sh, Gabriela Meissner