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Gemeindepräsidentenverband: «Palliative Care ist wichtiges Element»

Gemeindepräsidentenverband: «Palliative Care ist wichtiges Element»

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Pflegefachfrau Nicole Rieser (r.) vom mobilen Palliative-Care-Team Onko Plus besucht eine Patientin. Ihr Umgang miteinander ist herzlich (Bild: David Küenzi/Zürcher Unterländer).

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05. Februar 2016 / Politik
Der Gemeindepräsidentenverband des Kantons Zürich (GPV) sieht spezialisierte Palliative-Care-Leistungen als wichtiges Element der medizinischen Versorgung. Deshalb empfiehlt er den Gemeinden, das kommunale Angebot in einer Übergangsphase zu finanzieren. Damit ist im Kanton Zürich ein erster Schritt hin zu einer flächendeckenden Versorgung getan.

Bisher haben im Kanton Zürich viele Patientinnen und Patienten nicht die Möglichkeit, zu Hause von spezialisierten Palliative-Care-Teams behandelt zu werden, da die Finanzierung dieser Dienstleistung nicht gesichert ist. In einem Schreiben an den Verband spezialisierter Palliative Care Leistungserbringer (SPaC) anerkennt der GPV nun aber die Bedeutung spezialisierter Palliative Care. Um die Versorgung sicherzustellen, empfiehlt er den Gemeinden, einen Vertrag mit entsprechenden Anbietern abzuschliessen und die nicht gedeckten Kosten vorläufig zu tragen. «Spezialisierte Palliative Care wird zu einem zunehmend wichtigen Element der ambulanten medizinischen Versorgung», sagt Jörg Kündig, GPV-Präsident. «Das jetzige Finanzierungsmodell trägt dieser Entwicklung zu wenig Rechnung. Es gilt, Lösungen für die offensichtliche Finanzierungslücke zu finden.»

Einsparungen für die öffentliche Hand

Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einer flächendeckenden palliativen Versorgung getan. Zwar kann die Spitex die palliative Grundversorgung zusammen mit dem Hausarzt professionell bewältigen. In Situationen aber, in denen zusätzliches Fachwissen erforderlich ist, sind spezialisierte Palliative-Care-Teams unabdingbar. Deren Einsatz kann die Zahl der notfallmässigen Spitaleinweisungen am Lebensende fast halbieren. Dadurch spart nicht nur die öffentliche Hand viel Geld, sondern davon profitieren vor allem auch die Patientinnen und Patienten, deren Leiden schneller und wirksamer behandelt werden. Die grosse Mehrheit will nämlich ihre letzten Stunden zu Hause verbringen.

Patientenwohl steht im Mittelpunkt

Die Empfehlung des GPV ist insofern bemerkenswert, als die Lastenverteilung aus seiner Sicht nicht geklärt ist. Da sich die spezialisierten Palliative-Care-Teams auf einer Nahtstelle zwischen akuter und ambulanter Behandlung bewegen, fühlten sich bisher weder die Gemeinden noch der Kanton für die Finanzierung zuständig. Deshalb will der GPV nun das Gespräch mit dem Kanton suchen, um eine einvernehmliche Lösung für die Kostenverteilung zu finden, die das Patientenwohl in den Mittelpunkt stellt und nicht die – relativ bescheidene – Finanzierung.

Dauerhafte Lösung in Sichtweite

Andreas Weber, Präsident des SPaC, sieht die Empfehlung des GPV als wichtigen Schritt für die Palliative Care im Kanton Zürich: «Die Empfehlung ermöglicht, dass die regional tätigen Leistungserbringer mit einem starken Fürsprecher im Rücken auf die Gemeinden zugehen können, um in der Folge spezialisierte Palliative Care möglichst flächendeckend anbieten zu können.» Gleichzeitig schaut Weber bereits einen Schritt weiter: «Da sowohl der Kanton wie auch der GPV die Notwendigkeit einer flächendeckenden Palliativ-Versorgung anerkennen, bin ich überzeugt, dass wir bald über eine dauerhafte Lösung verfügen – von der viele von uns einmal profitieren werden.»
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