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Die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment

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Das neue Buch von palliative zh+sh ist auch als E-Book erhältlich. (Bild: gme)

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23. April 2020 / Wissen
Eine Patientenverfügung entlastet in einer Notfallsituation nicht nur das medizinische Fachpersonal und die Angehörigen, sondern auch die verfassende Person. Doch wie muss eine Patientenverfügung verfasst sein, damit sie umgesetzt werden kann? Wann kommt sie zum Tragen und wie bestimmt man vertretungsberechtigte Personen? Um all diese Themen dreht sich das neue Buch von palliative zh+sh. Im Fokus dabei eine spezielle Form der Patientenverfügung: «Advance Care Planning» oder zu Deutsch «Vorausschauende Behandlungsplanung».
220 Seiten dick, mit einem in sanftem Türkis gehaltenen Einband, in der Mitte die thematisch passenden Illustrationen: Das neueste Buch von palliative zh+sh ist erschienen und passt so sehr in die aktuelle Zeit rund um die Pandemie, dass man es nicht besser hätte vorausplanen können. Die zwölf Beiträge im Buch «Wie ich behandelt werden will» befassen sich mit den verschiedenen Aspekten von Patientenverfügungen – in der herrschenden Corona-Pandemie ein vieldiskutiertes Thema.
Advance Care Planning etabliert sich zunehmend auch in der Schweiz

Das eben im Verlag rüffer&rub erschienene Buch befasst sich aber nicht mit verschiedenen Formen und Arten von Patientenverfügungen, sondern zeigt eine Form auf, die sich bereits in verschiedenen Ländern und Regionen, etwa Australien, Neuseeland, England oder Teilen der USA, unter dem Begriff «Advance Care Planning» etabliert hat. In unserem Nachbarland Deutschland läuft sie unter dem etwas sperrigen Namen «Behandlung im Voraus planen». Einer der Beiträge befasst sich mit der Entwicklung von Advance Care Planning (ACP), die mit dem Erstarken der Patientenautonomie, dem Wunsch nach Selbstbestimmung einher ging. Auch in der Schweiz etabliert sich Advance Care Planning und die damit zusammenhängende Patientenverfügung «plus» zunehmend und stösst beim Bund, Fachpersonen, aber auch vielen Menschen, die für sich eine valide Patientenverfügung erstellen möchten, auf grosses Interesse. In den nächsten Monaten soll eine Trägerschaft auf schweizweiter Ebene gegründet werden. Schon seit einigen Jahren gibt es Ausbildungen, damit eigens für ACP-geschultes Personal Beratungsgespräche durchführen kann.

Ein weiterer Beitrag zeigt auf, warum diese Beratungen den Kern von Advance Care Planning ausmachen, in denen über eigene Lebensperspektiven und Behandlungsziele, die ganz persönlichen Wertvorstellungen und die Bereitschaft, Belastungen und Leiden im Fall einer Krankheitssituation in Kauf zu nehmen, gesprochen wird. Die daraus resultierende Patientenverfügung «plus» ist modular aufgebaut und beinhaltet die Therapieziele, die sich aus dem intensiven Gespräch ergeben haben und die sehr differenziert getroffen werden können.
Eine ACP-Beratung macht auch Sinn, wenn man gesund ist

Herausgegeben von Tanja Krones, Klinische Ethikerin am Universitätsspital Zürich, und Monika Obrist, Präsidentin von palliative ch und Geschäftsleiterin von palliative zh+sh, beinhaltet das Buch auch Kapitel, die die praktische Umsetzung der Patientenverfügung «plus» veranschaulichen. Etwa, warum eine ACP-Beratung auch Sinn macht, wenn man gesund ist und aufgrund des Alters noch lange nicht ans Sterben denken müsste. Eine Reportage aus der Intensivstation am Universitätsspital zeigt, wie dramatisch sich Notfälle entwickeln können und wie belastend es für Angehörige ist, in einer solchen Situation Entscheidungen treffen zu müssen. Ein Interview mit dem dortigen leitenden Arzt Peter Steiger macht deutlich, dass eine vorhandene Patientenverfügung noch lange nicht bedeutet, dass sie auch umgesetzt werden kann.

Wieder ein anderes Kapitel gibt die Situation einer Palliativpatientin wieder und wie sie mit ihrer Pflegefachfrau den Notfall plant. Optisch abgerundet wird das Buch durch die Illustrationen der Zeichnerin Lilian Caprez auf dem Cover und in der Buchmitte, auf denen sie die wichtigsten Fragestellungen der Patientenverfügung «plus» ihren ganz eigenen Ausdruck gibt.

Das Buch «Wie ich behandelt werden will» richtet sich an Laien und Fachpersonen gleichermassen und kann bei palliative zh+sh sowie beim Verlag rüffer&rub bezogen werden. Ein Auszug aus dem Buch steht als PDF zur Verfügung (siehe «Dokumente zum Thema»).
palliative zh+sh, Gabriela Meissner